Green River, Utah, USA.

Tentipi: So fing alles an ...

Wie jedes Jahr hatte die fleißige Frühlingssonne gefrorene Skulpturen in tanzendes Wasser verwandelt. Nachdem die Natur während der kalten Wintermonate auf Sparflamme geschaltet hatte, strotzte sie jetzt wieder vor Leben. Herrliche Zeiten für die jungen Kanuten: idealer Wasserstand und gut zu be...

Wie jedes Jahr hatte die fleißige Frühlingssonne gefrorene Skulpturen in tanzendes Wasser verwandelt. Nachdem die Natur während der kalten Wintermonate auf Sparflamme geschaltet hatte, strotzte sie jetzt wieder vor Leben. Herrliche Zeiten für die jungen Kanuten: idealer Wasserstand und gut zu befahrende Stromschnellen, Natur pur, Gemeinschaft, sechs Personen und zwei kleine Zelte … Wie war das noch mit der Gemeinschaft?! Hätten wir in Bengt Grahns Inneres schauen können, als er damals die Mücken verscheuchend auf einem Stein am Wasser saß, hätten wir seine Gedanken zur Machart eines optimalen „Gemeinschaftszeltes“ lesen können. Denn mit Gemeinschaft war es letztendlich nicht weit her, wenn man im Freien von blutlüsternen Insekten überfallen wird und nicht alle Freunde in einem Zelt Platz finden. „Hm, wäre es nicht möglich … und außerdem könnte man noch … oder vielleicht …“ Doch dann wurde Bengt Grahn von seinen Freunden unterbrochen und zum Zeltaufbau beordert. Es sollte viele Jahre dauern, bis er diese Gedanken wieder aufgreifen würde.

Die Ideen werden umgesetzt

In Moskosel im Inneren von Schwedisch-Lappland wurden die Gedanken vor über zwanzig Jahren schließlich weitergesponnen. Bengt Grahn, Eigentümer und Gründer von Tentipi (beziehungsweise von Moskoselkåtan, wie das Unternehmen anfangs hieß), war damals gerade ins Dorf gezogen und arbeitete als Kirchendiener. Als er eines Abends im Gemeindehaus eine Glühlampe austauschte, ging ihm auch im übertragenen Sinne ein Licht auf: Er würde nordische Tipis produzieren.

Gedacht – getan. Mit der Erfahrung, als Fünfjähriger auf Mutters Nähmaschine einen Puppenrock und als Zwanzigjähriger eine Spritzdecke genäht zu haben, nahm Bengt Grahn die Herausforderung an, riesige Stoffstücke in große nordische Tipis zu verwandeln. Ein gesundes Selbstbewusstsein und tatsächliches Können gehörten zu den wichtigsten Ressourcen von Grahn, der sich dem Motto „Fast nichts ist unmöglich“ verschrieben hatte.

Zunächst erledigte Bengt Grahn alle Aufgaben selbst: vom Einkauf über das Nähen bis zum Marketing und zum Verkauf. Doch bald konnte er den ersten Mitarbeiter anstellen.

Die Zeltproduktion erwies sich als lohnend, und neue Produkte wurden entwickelt. Grahn wollte das beste Zelt der Welt schaffen, und nach vielen verworfenen Ideen und misslungenen Konstruktionsversuchen erblickte schließlich der Vorläufer der heutigen nordischen Tipis mit einer Stange, also der Vorläufer der Zelte des Adventure-Sortiments, das Licht der Welt. Auch die größeren Zelte, die heute als nordische Tipis des Classic- und Event-Sortiments bekannt sind, bekamen neue Formen und Funktionen. Das nordische Tipi Stratus (ursprünglich Hattjättekåtan genannt) mit seinen hochklappbaren Seiten wurde geschaffen – und zum Liebling von Vermietern und Event-Firmen.